Der Teddy, der Mut schenkte, die Katze, die Tränen tröstete, oder das Einhorn, das einfach zuhören konnte: Kuscheltiere sind Helden der Kindheit. In der Ausstellung „Tagesordnung Kindheit“ werden sie tausendfach zum Symbol für den Schutz von Kindern. Die Installation des Cottbuser Künstlers Martin Schüler ist seit dem 11. März 2026 in der Vertretung des Landes Brandenburg in Berlin zu sehen. Schirmherrin der Ausstellung ist Katrin Krumrey, Brandenburgs Landes- Kinder- und Jugendbeauftragte. Steffen Freiberg, Minister für Bildung, Jugend und Sport, hatte die Ausstellung eröffnet.
Jugendminister Steffen Freiberg: „Für mich stehen die Kuscheltiere symbolisch für all die Kinder, deren Stimmen wir Gehör schenken müssen. Ich freue mich sehr, dass der Künstler Martin Schüler mit seinen Möglichkeiten auf das wichtige Thema Kinderschutz aufmerksam macht. Kinderschutz geht nur zusammen – Kinder brauchen ein sensibles Umfeld mit Personen, die Verantwortung übernehmen, in Kita, Schule, Familie, Sportvereinen und in der Nachbarschaft sowie beim Hinsehen. Brandenburg hat mit dem Kinder- und Jugendgesetz gute rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen. Für einen noch grundlegender gesicherten Kinderschutz wäre die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz wichtig. Denn Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sondern auch unsere Gegenwart.“
Martin Schüler: Wenn es um Kinderschutz geht, sehen wir oft schlimme Nachrichten. Uns erreichen Berichte von Missständen – wenn ein Kind buchstäblich in den Brunnen gefallen ist. Hinter den großen Zahlen von Missbrauchsfällen und Kindeswohlgefährdungen stehen jedoch Schicksale. Jedes einzelne ist eine Katastrophe. Mit den Tausenden Kuscheltieren, die wir in einer Installation zusammengefasst haben, wollen wir auf dieses stille Leid aufmerksam machen – aber auch Hoffnung geben: bunt, farbenfroh mit Blick in eine bessere Zukunft. Wir hoffen, dass sich die Gesellschaft angesprochen fühlt und die Politik das Wohl der Kinder als oberste Priorität annimmt. An dieser Aktion haben sich Menschen aus ganz Deutschland beteiligt, weit über die Grenzen unseres schönen Brandenburgs hinaus. Über 5.000 Kuscheltiere sind zusammengekommen. Das zu sehen, ist gewaltig.“
Die Ausstellung ist seit dem 11. März in der brandenburgischen Landesvertretung beim Bund in Berlin (In den Ministergärten 3) zu sehen. Zur Eröffnung gab es ein Programm mit Podiumsdiskussion, Videosequenzen und Livemusik. Die Ausstellung wird voraussichtlich für etwa zehn Tage während der normalen Öffnungszeiten zu sehen sein. Neben den ausgestellten Kuscheltieren werden auch Bilder des Künstlers Martin Schüler gezeigt.
Hintergrund
Die Anzahl der Kindeswohlgefährdungen stieg im Jahr 2024 bundesweit auf 72.800 Fälle; das ist ein Anstieg von 31 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren (Statistisches Bundesamt). Das Land Brandenburg hat mit der Einführung des Kinder- und Jugendgesetzes sowie Änderungen des Schulgesetzes im Jahr 2024 moderne Kinderschutzregelungen geschaffen. Überall dort, wo mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird, braucht es Kinderschutzkonzepte. Darüber hinaus ist Kinderschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – hinzusehen, wenn der Kinderschutz missachtet wird und Kinder sexuelle, körperliche oder psychische Gewalt erfahren. Darauf möchte die Ausstellung von Martin Schüler aufmerksam machen, der selbst in einer Einrichtung der Hilfe zur Erziehung aufgewachsen ist.
Fröhliche Installation, ernstes Thema: Die Anzahl der Kindeswohlgefährdungen stieg im Jahr 2024 bundesweit auf 72.800 Fälle – ein Anstieg von 31 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren (Statistisches Bundesamt).









